Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin
und im Qi Gong


Chi (Qi)

Chi ist die allumfassende universelle Lebens- oder Vitalenergie. Alles auf der Welt ist aus Energie gemacht. Diese für viele westliche Menschen abergläubisch wirkende These, die bereits vor tausenden Jahren von chinesischen Meistern aufgestellt wurde, wird heute immer mehr durch die moderne Wissenschaft bestätigt. Zerlegt man Atome immer weiter bleibt am Schluss nur noch Energie. Die Quantenphysik belegt, dass Objekte sowohl Wellenform (Energie) als auch fest Form (Materie) haben können.

Menschen können Erdenergie durch Nahrung und kosmische Energie durch den Atem aufnehmen. Beim Qi Gong wird Chi verstärkt aufgenommen, durch den Körper geleitet und gespeichert. Verbrauchtes Chi wird ausgeleitet.

  Chi Qi Wasserfall


Yin & Yang (Das Taiji-Symbol)

Yin Yang Taiji   Jeder kennt das Yin Yang Symbol, doch was bedeutet es?

Kaum ein simples Symbol hat eine so tiefe Bedeutung wie das „Taiji“.

Es steht für ständige Veränderung und hilft Beziehungen zwischen zwei Objekten zu beschreiben.

Häufige Verwendungen:
Yin: dunkel, weiblich, unten, hinten, links, Ruhe
Yang: hell, männlich, oben, vorne, rechts, Bewegung

Nichts ist nur Yin oder nur Yang. Das Taiji ermutigt uns, dass es selbst in schwierigen Zeiten stets einen Lichtblick gibt, warnt uns aber auch in guten Zeiten, dass wir stets auf der Hut sein sollten.

In der chinesischen Medizin gibt es nur einen Grund für Erkrankungen: Disharmonie zwischen Yin und Yang.

Gesundheit ist unser Geburtsrecht. Sind die Energien im Körper nicht in Harmonie, können Krankheiten entstehen. Wenn Yin und Yang im Einklang sind, haben Erreger keine Chance.

Mögliche Disharmonien:
- Überschuss an Yin im Vergleich zu Yang
- Überschuss an Yang im Vergleich zu Yin
- Defizit an Yin im Vergleich zu Yang
- Defizit an Yang im Vergleich zu Yin
- Defizit an Yin und Yang

Beispiel:
Die TCM sieht das Immunsystem als Yin und äußere Erreger als Yang. Gesundheit bedeutet also dass die Yin-Abwehr stark genug ist um die Yang-Eindringlinge in Schach zu halten. Steigt die Anzahl der Erreger, wie beispielsweise bei einer Epidemie, während das Immunsystem auf dem gleichen Niveau bleibt, entsteht eine Disharmonie und der Körper kann erkranken. Bleiben andererseits die Erreger auf einem üblichen Niveau, aber das Immunsystem ist geschwächt, entsteht ebenfalls eine Disharmonie die es der Krankheit ermöglicht auszubrechen.

Ziel der Qi Gong-Praxis ist es einen harmonischen Chi-Fluss im Körper zu schaffen. Das Chi wandert dann von selbst dorthin wo es am meisten gebraucht wird um die Yin Yang-Harmonie wieder herzustellen und aufrecht zu erhalten.


Meridiane

Die Lebensenergie durchfließt den Körper auf fixen Kanälen, welche Meridiane genannt werden. Manche westliche Chirurgen bestreiten deren Existenz, da sie diese bei Operationen nicht vorfinden. Da das menschliche Auge nur einen kleinen Teil des Lichtspektrums erkennen kann, sind die Meridiane nicht sichtbar. Die bloße Unsichtbarkeit ist aber noch lange kein Beweis, dass sie nicht existieren. Oder haben Sie schon einmal Handystrahlen gesehen?

Das komplexe Meridiansystem besteht aus 12 Hauptmeridian-Paaren, die alle miteinander und mit den inneren Organen verbunden sind. Die Hauptmeridiane sind nach den Organen benannt, welche sie versorgen (z.B. Lungenmeridian, Herzmeridian, …). Außerdem gibt es 8 Nebenmeridiane in welchen Energie für den späteren Gebrauch gespeichert werden kann.

Auch die vier großen Energiefelder, welche Dantian (Tan-t'ien) genannt werden, stellen Energiespeicher dar.

  TCM Meridiane

Entlang der Meridiane befinden sich zahlreiche Vitalpunkte, welche mit Akupunkturnadeln oder Massagen aktiviert werden können um den Energiefluss in den Meridianen zu beeinflussen.

Entstehen Blockaden im Meridiansystem erfahren wir dies durch Schmerzen oder Erkrankungen.

Durch regelmäßiges Qi Gong werden die Meridiane gesäubert und frei gehalten um einen harmonischen Energiefluss, optimale Versorgung der Organe und korrekte Informationsübertragung zu gewährleisten sowie Energie in den Dantians und Nebenmeridianen gespeichert.


5 elementare Prozesse
(5 Elemente, 5 Wandlungsphasen, "Wu Xing")

Hierbei handelt es sich nicht (wie oft vermutet wird) um die Baustoffe der Welt. Die chinesische Philosophie und Medizin nutzen die 5 Elemente symbolisch um das Verhalten von Prozessen und deren Wechselwirkungen im Universum zu beschreiben.
5 Elemente  


Die Weitergabe von Wissen wird als Wasser-Prozess gesehen, da dieser mit Verbreitung verbunden ist.

Das verbreitete Wissen führt zu Verbesserungen er Lebensqualität. Dies ist ein Holz-Prozess, welcher mit Wachstum assoziert wird.

Somit haben wir ein Beispiel für "Wasser erschafft Holz".

Wenn sich Menschen treffen, entstehen Diskussionen. Dies ist ein Beispiel für "Erde erschafft Metall". Erde steht für das Zusammenkommen und Metall für Resonanz.

Die Grafik zeigt außen den Schöpfungs-
und innen den Zerstörungskreislauf
 

Steht jedoch ein Konflikt zwischen den Menschen, die sich treffen (der zum Feuerprozess zählt), tritt der Zerstörungskreislauf in Kraft. "Feuer zerstört Metall".

 

Dies sind nur einige wenige Beispiele dieses so einfachen, aber doch komplexen und allumfassenden Systems.

In der TCM werden die elementaren Prozesse, welchen auch Organen und Emotionen zugeordnet sind, gezielt zur Heilung eingesetzt.

Hier ein kleiner Überblick über die Zuordnungen der 5 elementaren Prozesse:

  Holz Feuer Erde Metall Wasser
Jahreszeiten Frühling Sommer Spätsommer Herbst Winter
Richtungen Osten Süden Mitte Westen Norden
Wetterbedingungen Wind Hitze Feuchte Trockenheit Kälte
Speicherorgan (Yin, Zhang) Leber Herz Milz Lunge Nieren
Arbeitsorgan (Yang, Fu) Gallenblase Dünndarm Magen Dickdarm Blase
Sinnesorgan Augen Zunge Mund Nase Ohren
Emotionen Ärger Freude Sorge Trauer Angst

Diese Zusammenhänge geben dem TCM-Arzt wichtige Hinweise auf die Probleme des Patienten. Ein jährzorniger Patient weist auf eine Störung des Lebermeridians hin. Dies kann auch dazu führen, dass sich die Sehkraft des Patienten verschlechtert. Um den Patienten zu behandeln kann der Arzt versuchen die Leber zu stärken. Besser wäre es jedoch, zumindest zusätzlich, die Nieren zu stärken und das Prinzip von "Wasser erschafft Holz" anzuwenden.


Jing, Chi und Shen
Die drei Schätze des Menschen

Die Gesundheit spiegelt sich in drei Aspekten: Jing (Essenz), Chi (Energie) und Shen (Geist).

Jing ist die angeborene Lebensessenz, welche sich im Laufe des Lebens verringert. Jing kann aber auch durch Nahrung und Atmung wieder aufgenommen und gestärkt werden. Es bezieht sich auf den Körper und ist wichtig für Vitalität und körperliche Gesundheit.   Jing Chi Shen
Chi ist die aufgenommene Lebensenergie, die den Körper wärmt und nährt sowie Krankheiten bekämpft. Chi hält die Organe an ihrem Platz und ist für die Informationsübertragung zuständig. Es bezieht sich auf die Körperfunktionen.  
Shen entspricht der westlichen Vorstellung von Geist, Seele, Intelligenz und Wahrnehmung. Ein starkes Shen steht für einen ruhigen, aber wachsamen Geist und ist in klaren lebhaften Augen ersichtlich.
 

Die Grafik zeigt den Sitz der drei Schätze. Shen liegt je nach spiritueller Entwicklung beim mittleren Dantian auf Brusthöhe, später am "dritten Auge" und schließlich am Baihui, an der Krone des Kopfes. Chi wird im unteren Dantian (auch Qihai genannt), 3-4 Fingerbreiten unter dem Bauchnabel gespeichert. Jing befindet sich am Huiyin, dem Vitalpunkt am Damm.

Die drei Schätze zu hüten und zu nähren ist eine der Hauptaufgaben von Qi Gong.


Religion

Obwohl Qi Gong aus dem buddhistischen Shaolin-Kloster stammt und auch von Taoisten beeinflusst wurde ist es keine religiöse Praxis. Anhänger jeder Religion können sich durch regelmäßige Praxis spirituell weiterentwickeln und sich Gott, Dao, der Erleuchtung oder der Einheit mit dem Universum nähern.


Mittelmäßige Medizin heilt Krankheiten,
höchste Medizin verhindert sie.
(Nei Jing)


Ende

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